Eine tolle Idee
Zwei Tage vor Heiligabend erhielten wir einen Anruf. Ein Herr war am anderen Ende und fragte, ob es noch möglich sei, eine Patenschaft für eine unserer Katzen zu übernehmen. Seine Freundin und er hatten uns im Internet entdeckt und waren der Meinung, sich gegenseitig nichts schenken zu wollen, sondern lieber den Tieren zu helfen. Da fiel ihnen ein, man könnte ja eine Patenschaft für einen Kandidaten in einem Tierheim übernehmen und würde dabei auch noch etwas Gutes tun.
Von diesem Vorschlag waren wir natürlich mehr als begeistert, denn in einem Tierheim gibt es immer wieder Tiere, die sich aus verschiedenen Gründen nicht mehr vermitteln lassen und die trotzdem leben wollen.
Das dürfen sie auch bei uns in verschiedenen Bereichen (z.B. der Rentner-WG, wo ältere Katzen ihr Zuhause haben oder unserer 840 qm „Großen Katzenfreiheit“). Durch solch eine Patenschaft wird zu einem großen Teil der Unterhalt und die Versorgung für sie mitfinanziert. Denn oftmals sind diese Tiere krank und bedürfen besonderer medizinischer Betreuung.
Wir schlugen den Beiden also eine Kätzin und einen Kater zur Auswahl vor und schickten ihnen auch die entsprechende Vorgeschichte und jeweils ein Foto. Den Patenschaftsvertrag brachten sie ausgefüllt zwei Wochen später zur Besichtigung unseres Tierheimes mit und wir bekamen auch gleich den Obulus – das war nun wirklich ein Weihnachtsgeschenk.
Die Patenschafsgebühr kann man natürlich selbst bestimmen, die kann man nicht vorschreiben. Da eine Patenschaft verständlicherweise nur für Katzen ausgewählt wird, die nicht mehr vermittelbar sind, was nur Sinn macht, sind es oftmals Tiere, die nicht menschenbezogen sind und die man daher auch nicht unbedingt besuchen kann.
Gerne erhalten die Paten – falls gewünscht – immer mal wieder ein neues Foto und werden natürlich auch benachrichtigt, wenn das Patenkind erlöst wird (das entscheidet bei uns alleine die Tierärztin, wenn das Leben für die Katze nicht mehr lebenswert ist und sie zu viel leiden würde).
Die Paten hatten sich für Jack entschieden, der in unserer großen Katzenfreiheit lebt. Wir hatten ihn von einem anderen Tierheim übernommen. Er hat einen schlimmen Autounfall überlebt und sein Schwanz mußte vollständig amputiert werden, wodurch er inkontinent wurde. Damit kommt er für keinen Haushalt mehr in Frage. In dem großen Außengehege mit geschützten und warmen Plätzen lebt er jetzt dauerhaft gut versorgt mit anderen zusammen. Vom Wesen her ist der Kater ein fröhlicher, verschmuster und wirklich liebenswürdiger Kerl. Mit seinen knapp sechs Jahren ist er noch jung und der Patenschaftsbetrag ist für uns eine wesentliche Hilfe, ihn medizinisch weiterhin gut versorgen zu können.

