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Der Bau eines Katzengeheges
Um unseren beiden Katzen Helga und Honi einen gesicherten Freigang zu ermöglichen, haben wir in diesem Sommer ein etwa 3,50 x 3,20 m großes und 3 m hohes Gehege vor unsere Küchenfenster gebaut. Das größere Fenster dient den Katzen als Zugang; auf den Boden bzw. zurück ins Haus gelangen sie über ein an die Wand gelehnten alten Gartenzaun als Leiter.

Der Rahmen
Neben der Fensterwand begrenzt eine weitere Hauswand das Gehege, so dass wir nur zwei Gitterfronten bauen mussten. Direkt entlang der beiden Hauswände verläuft ein gepflasterter Weg; der Rest der Grundfläche besteht aus Rasen. Um der Konstruktion mehr Stabilität zu geben und eine Basis für das „Dach“ aus Laubschutznetz zu haben, welches die Katzen am Überklettern der Gitter hindert, besteht der Rahmen des Geheges trotz der zwei Hauswände aus vier und nicht nur drei senkrecht stehenden Pfosten, die oben waagrecht durch vier Latten verbunden sind. Die Pfosten sind auf dem Rasenteil in passenden Einschlaghülsen aus Zink verankert, auf dem gepflasterten Teil in Zinkhülsen, die auf den Stein geschraubt werden. Da wir die Hauswand, die mit asbesthaltigen Eternit-Platten verkleidet ist, nicht beschädigen durften, steht der Rahmen ohne Verbindung zur Hauswand. Die Pfosten sind daher möglichst nah an der Wand im Boden verankert. Den schmalen, aber für die Katzen durchgängigen senkrechten Spalt schlossen wir auf der unvergitterten Seite mit einem weiteren Pfosten, den wir zwischen Hauswand und Standpfosten klemmten. Auf der vergitterten Seite wurden die Gitter einfach bis zur Hauswand versetzt und an den Pfosten festgetackert bzw. verschraubt.
Die Gitter
Als Gitter dienten uns 1x2m große, sogenannte „Estrichmatten“, die für ca. 3,50 Euro das Stück relativ günstig sind und durch den recht festen Draht schon eine Eigenstabilität besitzen. So mussten wir keine weiteren senkrechten Pfosten einschlagen und konnten die zwei Gitterseiten mit jeweils vier senkrecht auf dem Boden stehenden Matten und zwei waagrechten, oben an den Latten befestigten Matten schließen. Die Matten wurden einfach festgetackert und an manchen Stellen zur Sicherheit mit Beschlägen an den Pfosten angeschraubt. Die Matten haben recht große „Maschen“, die am Rand bzw. in den Ecken der jeweiligen Matte groß genug sind, dass sich eine kleine Katze hindurchdrücken könnte. Daher haben wir die Matten überlappen lassen und an Stellen mit großen Lücken, wo das nicht möglich war, mit Brettern, Holzresten etc. verkleidet. Die Matten wurden untereinander mit einer Unzahl an Kunststoff-Kabelbindern zusammengebunden.
Die Tür
Damit wir nicht durchs Fenster klettern müssen, um ins Gehege zu kommen, gibt es einen fünften senkrechten Pfosten an der Gehegefront, an dem wir mit Scharnieren eine Tür befestigt haben. Sie ist etwa 2 m hoch und 0,5 m breit und ist in der Breite an den gepflasterten Weg angepasst. Die Tür sowie das fehlende Stück zum „Dach“ sind mit Kaninchendraht verkleidet. Sie geht nach innen und von der Wand weg auf – so müssten sich die Katzen bei einem „Fluchtversuch“, wenn wir die Tür öffnen, erst um die Ecke an uns vorbei drücken. Gleichzeitig haben wir sie durch das durchsichtige Drahtgitter gut im Blick. Bisher haben sie aber noch nie einen Versuch durch die Tür gewagt und kommen gar nicht auf die Idee, diese Grenze zu überschreiten – die Welt außerhalb kennen sie nicht, auch wenn sie sie durch das Gitter sehen, hören und riechen können. Trotzdem achten wir natürlich immer gut darauf, dass keine den Versuch macht und die Tür immer gut mit den jeweils zwei Riegeln von innen bzw. außen verschlossen ist.
Das „Dach“
Der letzte Schritt war, die gesamte Konstruktion mit einem Dach aus Laubschutznetz – wie es für den Schutz von Gartenteichen benutzt wird – zu überspannen. Damit wir das Netz auch einmal ohne zu großen Aufwand abnehmen und erneuern bzw. vom Laub befreien können, haben wir einfach noch vier Latten darüber gelegt und die Latte-Netz-Latte-Konstruktion mit großen Kabelbindern miteinander verbunden. So müssen wir nur die Kabelbinder durchschneiden, die oberen Latten abnehmen und kommen wieder ans Netz. Zu Beginn haben unsere Katzen nie den Weg nach oben gewagt (oder waren einfach zu faul) – irgendwann sahen wir dann aber doch Honi am Gitter hängen und sie versuchte, den Kopf durch das Netz zu stecken, was glücklicherweise nicht gelang. Das Gehege hat den Ausbruchstest also bestanden. Da unser Gehege auch sehr hoch ist, kommen die Katzen selten bis ganz nach oben. Dennoch muss das Netz für diesen Fall sehr stabil sein. Die normalen Laubschutznetze reichen dann unter Umständen nicht aus. Wir haben ein besonders stabiles Netz genommen; auf Nummer sicher geht man mit den handelsüblichen Katzenschutznetzen.
Die Absicherung
Damit sich die Katzen nicht unter den Gittern am Boden durchdrücken, haben wir alles mit schweren Pflanz- bzw. Begrenzungssteinen oder Palisaden abgesichert. Auch außen vor der Gehegetür stehen drei Pflanzsteine, die als Schwelle den Spalt unter der Tür schließen. Man muss so zwar einen großen Schritt über die Steine drüber machen, wenn man zur Tür rein geht, das fanden wir aber nicht tragisch und die einfachste Lösung. Die Pflanzsteine an der Front haben wir mit Erde befüllt und Kapuzinerkresse gepflanzt, die während des Sommers schön am Gitter entlang gerankt ist. Auf der Querlatte über der Tür stehen mit Wasser gefüllte Plastikbecher, die unseren Katzen eine kalte Dusche verpassen sollen, wenn sie soweit hoch klettern. Seitdem wir aber eine Pflanze davor stehen haben, ist aber sowieso keine mehr bis dahin vorgestoßen.
Die Inneneinrichtung
Aus Pflanzsteinen und einem Brett haben wir den Katzen eine Art „Festerbank“ direkt an der Front mit Blick in den Garten gebaut. Eine alte Parkbank und ein Klapptisch sind Sitzgelegenheit für uns und Kletter- und Schlafplatz für die Katzen. Entlang der fensterlosen Hauswand geht ein weiterer Kletterpfad, den die Katzen über eine weitere Gartenzaun-Leiter erreichen, die am anderen Küchenfenster lehnt. Ein Kompost-Korb, ausgelegt mit einem Stück Iso-Matte, die dem Regen trotzt und trotzdem warm hält, hängt am Kletterbrett und ist ein beliebter Schlaf- und Aussichtsplatz geworden. Ein paar weitere Möbel, ungiftige Kräuter und Pflanzen und ein kleines wasserdichtes Häuschen bieten ein bisschen Abwechslung beim Toben und Spielen. Bambusmatten verschönern die hässliche graue Hauswand. Insgesamt hat das Gehege etwas über 300 Euro gekostet. Die Umsetzung war einfacher als erwartet, zumal wir absolute Anfänger waren. Wir haben auch viele Anregungen im Internet finden können. Für die Katzen ist es eine tolle Bereicherung; sie saßen den ganzen Sommer über im Freien und ließen sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Wir setzten uns oft zu ihnen und genossen die frische Luft, und auch jetzt, wo es kälter wird, verlegen wir die Spielstunde gerne ins Freie. Wenn wir aus dem Küchenfenster schauen, nehmen wir das Gitter gar nicht mehr wahr. Der Aufwand hat sich also voll und ganz gelohnt.
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