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Häufig gestellte Fragen und unsere Antworten

Freigänger oder Wohnungskatze, was ist besser?

Die Behauptung, daß Katzen es nicht übel nehmen, wenn man sie tagsüber in einer Wohnung allein läßt, ist sicherlich so nicht ganz richtig. Auch die Ableitung aus dieser Behauptung, daß Katzen ideale Haustiere für Berufstätige sind, ist menschlich-egoistisch gedacht.

Sicher stimmt es, daß Katzen stolze Einzelgänger und unabhängige Wesen sind (deswegen lieben wir sie ja auch), doch gilt dies hauptsächlich für Katzen, die die Möglichkeit haben, nach draußen auf Beutefang zu gehen und sich mit Artgenossen auseinanderzusetzen (dies bringt oft Probleme mit Vogelliebhabern und mit anderen Katzenbesitzern).

Eine allein und ausschließlich in der Wohnung gehaltene Katze vermißt die Freiheit nicht, sofern sie sie nicht kennt. Wird sie jedoch nach draußen gelassen, will sie immer wieder nach draußen. Voraussetzung für einen Freigänger ist jedoch, daß er jederzeit in die Wohnung zurück kann (was besonders bei Gefahr wichtig ist – dies wird häufig nicht beachtet, was dazu führt, daß oftmals Katzen elend in einem Keller verenden –
bei einem Schock springen sie z. B. ins nächste offene Fenster und werden nicht rechtzeitig entdeckt).

Für eine Wohnungskatze ist der Mensch der wichtigste Sozialpartner, wenn sie seelisch nicht verkümmern soll. Sie ist stark auf den Mensch geprägt und wie die Verhaltensforschung nachgewiesen hat, ist bei einer Wohnungskatze die Abhängigkeit zu ihrem Menschen stärker als sie jemals zu Artgenossen sein könnte.

Deswegen ist es gerade für Berufstätige wichtig, daß sie nach der Arbeit erst einmal nach Hause gehen, um sich ihrem Tier zu widmen.

Vergegenwärtigt man sich, daß jährlich etwa 200.000 Katzen unter der Vorgabe wildernde Katzen zu sein, erschossen werden, daß die doppelte bis dreifache Menge Opfer unserer verkehrsreichen Straßen werden (der Tod in den seltesten Fällen sofort eintritt), daß eine nicht nachgewiesene hohe Zahl Tierfängern in die Hände fällt (diese bekommen jede Katze, die sie im Visier haben, da sie mit Hormonen arbeiten), daß sie von Katzenhassern vergiftet werden und daß die Lebenserwartung einer freilaufenden Katze in der Großstadt selten über zwei Jahre liegt, dann ist das Argument, eine Katze mit freiem Auslauf sei glücklicher als eine Wohnungskatze, sicherlich nicht zu halten.

So unterschiedlich die Standpunkte der Verhaltensforscher gegenüber der Wohnungskatze auch sind, so ist man sich grundsätzlich darin einig, daß eine normal veranlagte Katze ohne große Probleme an ein Wohnungsleben gewöhnt werden kann, wenn sie es nicht schon ist. Unter den in unseren Breiten allgemein anzutreffenden Umfeldbedingungen ist die Wohnungshaltung einer Katze einfach ihre beste Lebensversicherung (diese können bis zu 20 Jahre alt werden!).

 

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