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11.07.2016
Vorsicht bei unüberlegten Katzenkäufen

Nicht oft genug können wir vor dem Ankauf von Tieren im Internet oder auf der Straße warnen. Oftmals steckt eine „illegale Zucht“ dahinter und die vermeintlichen „Schnäppchen“ arten in hohen Kosten aus, weil die Tiere nicht geimpft, geschweige denn eine medizinische Betreuung hatten, was dann alles nachgeholt werden muß. Die Tiere werden auch des Öfteren als Rassekatzen angeboten, obwohl sie es gar nicht sind, um den Preis in die Höhe zu treiben.

Vor jeder Anschaffung einer Katze sollte man natürlich auch überlegen, ob das Tier einen über Jahre (die durchschnittliche Lebensdauer einer Katze liegt bei 14-16 Jahren!) in guten und schlechten Zeiten begleiten kann, schließlich will es ein endgültiges Zuhause. Wichtig ist im Vorfeld sich auch darüber zu informieren, was braucht eine Katze, um artgerecht leben zu können, welche Kosten kommen auf mich zu und was muß ich bei der Haltung beachten.

Wir könnten ganze Bücher schreiben über Anrufe von Katzenbesitzern, die unüberlegt eine Samtpfote sich zugelegt haben und dann damit nicht zurechtkommen, weil es schlichtweg die „falsche“ Katze ist. Sie sehen, eine Beratung vor einer Übernahme ist wirklich wichtig, nicht jede Katze will jeden Menschen und nicht jeder Mensch ist für jede Katze geeignet. Eine solche Beratung bekommen Sie in der Regel nicht bei Menschen, die aus finanziellen Gründen „Katzen produzieren und verkaufen“, die wollen nur ihren Profit und die armen Muttertiere werden auf Teufel komm raus immer wieder gedeckt, damit der Nachwuchs da ist. Daher ist es wichtig, sich vor allem auch die Muttertiere und ihre Unterbringung anzuschauen, um sich ein Urteil zu bilden, um gegebenenfalls eine Veterinärbehörde einzuschalten, um das Leid der Tiere zu beenden. Darum kaufen Sie niemals Tiere spontan oder aus Mitleid, damit werden häufig illegale und tierschutzwidrige Vermehrungen unterstützt und weiter verstärkt.

Sollte es auf jeden Fall ein Tier vom Züchter sein, so ist es ratsam, sich mehrfach mit dem Züchter zu treffen, bevor es zu einem Kauf kommt.

Viele Menschen wissen auch nicht, daß man, wenn man Katzen züchtet oder mit ihnen handelt, eine Erlaubnis des zuständigen Veterinäramtes braucht und hierfür bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen sind.

In der Regel werden illegale Zuchten“ dadurch aufgedeckt, indem die Tierbesitzer Anzeige erstatten oder die Veterinärämter unterrichten, die dann tätig werden und dem Vorfall zunächst nachgehen. Sollte die Zucht wirklich illegal sein oder der Züchter gegen Auflagen verstoßen, werden die Tiere herausgeholt und zunächst kostenpflichtig in einem Tierheim untergebracht und es dauert in der Regel einige Zeit bis sie dann vom Veterinäramt freigegeben werden.

So geschehen in Wiesbaden im Dezember 2015, wo in einer Dreizimmer-Wohnung 41 Perser-Katzen und 248 Kaninchen in völlig zugemüllten Räumen hausten (von dem Vorfall wurde sogar im Fernsehen berichtet!!!) und die verwahrlosten Tiere wurden vom Amts wegen herausgeholt und zunächst im dortigen Tierheim untergebracht. Den Beamten zufolge sollten diese offenbar verkauft werden. Zuvor wurde die Wohnungsinhaberin mehrfach angezeigt, weil von ihr verkaufte Tiere krank waren oder früh starben und es wurde sich über die extreme Tierhaltung beschwert. Nun wird von Seiten der Behörden gegen die Frau wegen Betrug und Verdacht auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

Da dieses Tierheim verständlicherweise mit der Aufnahme einer solch hohen Anzahl überfordert war, wurde über den Deutschen Tierschutzbund e.V. bei seinen angeschlossenen Tierheimen ein deutschlandweiter Hilferuf zwecks Aufnahme von Tieren gestartet. Ebenso rief der Landestierschutzverband Hessen e.V. seine Mitgliedsvereine auf zu helfen.

Unabhängig von diesen Hilferufen rief auch das Veterinäramt Wiesbaden direkt bei uns an. Unsere Tierheimleiterin sagte bei diesem Notfall sofort zu, Katzen hier bei uns aufzunehmen. Noch am gleichen  Tag fuhr sie mit einer Angestellten von uns mit unserem Tierheim-Fahrzeug zum Tierheim Wiesbaden und übernahm dort 20 der 41 Perserkatzen, die in unserem „Mutter-mit-Kind-Haus“, das zu dieser Zeit (Anfang Dezember) leer war, ihr vorläufiges Zuhause fanden. Alle Tiere wurden sofort versorgt, gepflegt und tierärztlich betreut.

katzenschutzverein geburstag katze frankfurt

Erst drei Wochen später wurden sie von der Behörde freigegeben und gingen dadurch in unser Eigentum über. Nun erfolgten auch die ersten Schutzimpfungen und eine Chip-Setzung. Nach und nach wurden die Tiere kastriert bis auf die Jungkatzen. Leider zeigte sich, daß die Katzen eine Pilzinfektion eingeschleppt hatten und so haben wir vorsorglich für einige Zeit die Besuchs- und Vermittlungszeiten im Tierheim ausgesetzt. Außerdem wurden die entsprechenden Räume mit einem neuen „Ozongerät“, das Keime, Viren, Pilzsporen und anderes eliminiert, behandelt.

Und irgendwann war auch diese Zeit überstanden und die Samtpfoten konnten vermittelt werden. Wir wunderten uns darüber, daß sie sich so gut entwickelt haben und der Start in ihr junges Leben keine nennenswerten Spuren hinterlassen hatte.

Das Ende einer Rassezucht:

Harte Vorwürfe gegen einen Katzenhalter:

Dieser Vorfall ging vor kurzem durch die Frankfurter Zeitungen.
Hier hatte ein angeblicher Katzenfreund seine Tiere in Gehegen eines Kleintierzuchtvereins gezüchtet und diese (Main-Coon und Norweger) jeweils für Euro 250,-- (nicht geimpft und nicht entwurmt) verkauft. Eine Tierschützerin, die bei einer Geburtstagsfeier auf diesem Gelände auf den Zustand aufmerksam wurde, hatte Alarm bei den Behörden geschlagen und erreicht, daß der Züchter die Katzen nun freiwillig auf eigene Kosten abgibt. Der Besuch vom Veterinäramt war ausschlaggebend und er sei auch zu alt und es wären zuletzt zu viele geworden. Alle diese Tiere kamen in einem Frankfurter Tierheim unter.

Die Tierschützerin sieht das anders und widerspricht den Aussagen des Halters, daß es den Katzen gut gegangen sei. Seit Jahren seien dort unzumutbare Zustände gewesen. Hinter einem Drahtverhau, der verdreckt gewesen sei, hätten die Katzen gesessen und die Katzenmütter hätten mit ihren Jungen keine Rückzugsmöglichkeit gehabt. Im Gegenteil sie hätten mit  mehreren Katern zusammen in einem Käfig gelebt und seien permanent gedeckt worden – welch Streß für diese armen Kreaturen und das über Jahre hinweg.

Wie schon im vorhergehenden Fall kamen diese Mißstände nur an die Öffentlichkeit, weil beherzte Tierliebhaber diese den zuständigen Behörden gemeldet haben und nur so wurde dem Leid der Tiere ein Ende gesetzt – also halten Sie auf jeden Fall die Augen auf!!

 
     
 
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