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Während meines Urlaubs im Oktober saß eines
Tages plötzlich ein helles, langhaariges Kätzchen
zusammengekauert an „meiner Katzenecke“ am
Hotel in Rhodos. Ich bin mir ziemlich sicher, daß das
Kätzchen mit dem traurigen Blick dort ausgesetzt wurde.
Die dort – an dieser Ecke – lebenden Katzen
waren mir alle bekannt, denn ich fütterte sie zweimal
täglich, nur dieses hübsche Kätzchen kannte
ich nicht. Vielleicht wurde es ausgesetzt, weil man
gesehen hat, daß die Katzen dort versorgt wurden
(leider nur in der Zeit meines Urlaubs). Das Kätzchen
lag Tag für Tag zusammengerollt unter einem Baum unterhalb
eines Schilf-Haines und rührte sich so gut wie gar
nicht von der Stelle. Es sah aus, als ob es darauf
wartete, wieder abgeholt zu werden.
So verließ es auch nur kurz seinen Platz, wenn es
Fresschen gab und danach sprang es wieder auf die Mauer
und legte sich teilnahmslos ins Gestrüpp unter den
Baum. Eigentlich wollte ich von „meiner Ecke“ einen
Kater mit nach Deutschland nehmen, den Bobo. Da Bobo aber
doch recht rund und kräftig war, mußte ich eine
schwere Entscheidung treffen, die mir sehr weh tat. Ich
ließ meine Lieblingskatze Bobo zurück, um dieses
traurig guckende Kätzchen mit nach Frankfurt zu nehmen,
weil es jung war und aufgrund seiner seelischen Verfassung
vielleicht den Winter – mangels Ernährung und
bei eisigen Winden – nicht überlebt hätte.
Ich hoffte gleichzeitig, daß mich Bobo wenige Monate
später an „unserer Ecke“ wieder begrüßen
würde, was auch wirklich der Fall war. Aber das ist
eine andere Geschichte.
Die Langhaar-Katze nannte ich FELICE, weil ich zuerst
dachte, es sei eine Kätzin, da das Gesichtchen mehr
nach einem „Mädchen“ aussah. Aber FELICE
war ein Katerchen!!! und somit wurde FELIX draus.
Felix wurde hier auf Rhodos medizinisch versorgt, so daß ich
ihn auf meine Reise mitnehmen konnte und bekam sein vorläufiges
Zuhause im Frankfurter Katzenschutzverein. Inzwischen ist
er auch in eine liebe Familie zu einer Erstkatze vermittelt
und ich bin mir ganz sicher, dort ist er wirklich glücklich – die
Bilder sprechen für sich.

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